Ausschreibung
Restaurierung Wandbild "Glaskrösel-Wandbild Mensch und Bildung"
AusfĂĽhrung:
Brandenburg
Frist:
Uhr
Leistungsbeschreibung:
<div class="h1">Titel</div>
<div class="pre">Restaurierung Wandbild "Glaskrösel-Wandbild Mensch und Bildung"</div>
<div class="h1">Beschreibung</div>
<div class="pre">Werktechnik Das polychrome Werk ist in einer speziellen künstlerischen Technik ausgeführt, dem elektrostatischen Beschichtungsverfahren mit Glaskröseln, möglicherweise kombiniert mit einem pneumatischem Verfahren (Drucksprühverfahren). Diese Werktechniken wurden von der HfBK mit Künstlern und Produktionsstätten entwickelt. Angestrebt wurde ein effektives Verfahren für baugebundene Kunst, das in den Produktionsprozess des "industriellen Bauens" - der Herstellung der Platten für den Plattenbau - eingebunden werden konnte. Glas als Farbmittel wurde ausgewählt, um eine dauerhafte Gestaltung zu erreichen. Die damals verwendeten Bindemittel wurden im Rahmen der restauratorischen Voruntersuchungen und Entwicklung des Restaurierungskonzepte (2023/2024) untersucht: Nach archivalischen Quellen wurden unter anderem die Produkte Ilmantin, Morinol zur Verwendung angegeben. Erste Schäden führten zu ersten Ausbesserungsmaßnahmen kurz nach 1973. Eine weitere Schadensdokumentation und Proberestaurierung wurde 2002/2003 vorgenommen. Vor Ort sind Ergänzungen des Wandbildes erkennbar, die mit farbigen Putzen unter Zusatz verschiedener synthetischer Bindemittel vorgenommen wurden. Am Wandbild sind werktechnische und umweltbedingte Schäden wie Aufrollen und Ablösungen der synthetisch-organisch gebundenen Beschichtung vom anorganischen Träger (Betonplatten) erkennbar - es droht ein Verlust von wesentlichen Partien des Wandbildes. Werktechnik Die Fassadenelemente - Betonplatten - sind als Leichtbetonplatten konzipiert und sind aus zwei Schichten aufgebaut - einem Unterbeton und einem Oberbeton. Der Unterbeton besteht aus Blähtonschiefer und Schlacke. Der Oberbeton besteht aus einer Zementsteinmatrix in hochhydraulischem Mörtel. - Die physikalischen Tests an den entnommenen Bohrkernproben ergaben ein sehr hohes und unterschiedliches E-Modul von Unter- und Oberbeton. Das bedeutet eine ungleiche Ausdehnung der Schichten bei hoher Wärmeeinwirkung der Leichtbetonplatten, was zu hohen Spannungen im Material fu?hren kann. Da die Platten nicht nachweislich armiert sind, spielt zwar die Carbonatisierungstiefe keine übergeordnete Rolle, aber die Analysen ergaben eine oberflächliche Carbonatisierung von 1,5 cm. Die hinteren Bereiche weisen immer noch Alkalität auf. - Die Salzbelastung ist im oberflächennahen Bereich als gering einzustufen, erst ab 1,5 bis 3 cm Tiefe sind Anionen nachweisbar, was wiederum mit der nachgewiesenen Alkalität korreliert. Die Fugenmörtel und die Ergänzungsmörtel der 1980er Jahre sind asbesthaltig. Zu den werktechnischen Ursachen gehören ein reduzierter Grundierungsaufbau - die Beschichtung besteht nur aus Untermalung direkt auf den Betonplatten und der eigentlichen Farbbeschichtung aus Bindemittel und Glaskrösel. - Nachgewiesen wurden u.a. als Bindemittel der Farbschicht Polyvinylacetat und als Schadstoff im Fugenmörtel Asbestzusatz. Die begleitenden naturwissenschaftlichen Untersuchungen wurden durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Rahmen des Projektes "Umweltbedingte Degradation synthetischer Konservierungs- und Restaurierungsmittel" gefördert. - Die restauratorische Untersuchungsdokumentation steht mit allen Unterlagen zur Einsicht zur Verfügung. Im Zentrum des Konservierungskonzeptes steht die Konservierung der kunststoffhaltigen Beschichtung und deren Ergänzung in Fehlstellen mit dem Ziel, das Wandbild dauerhaft zu erhalten. Es berücksichtigt sowohl die Wechselwirkungen zwischen dem Träger und der Beschichtung als auch die vor Ort herrschenden klimatischen Bedingungen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Rückformung der teilweise handtellergroßen Schollen und Blasen und deren erneute Anbindung am Untergrund. Ebenfalls Teil des Konzeptes sind Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen am Bildträger und die Sanierung der Fugen, die bauzeitlich mit einem asbesthaltigen Fugenmörtel geschlossen wurden. Während der restauratorischen Leistungen zur Vorbereitung und Begleitung der Fugensanierung sind durch die Asbestbelastung die alle Anforderungen des Arbeits-Sicherheitsplanes für Arbeiten im kontaminierten Bereich - einschließlich der Arbeiten unter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) zu beachten. Zur Verbesserung des allgemeinen Erscheinungsbildes ist eine farbliche Integration der Fehlstellen erforderlich. Das Konzept sieht an dieser Stelle die erneute Verwendung von farbgebenden Glaskrösel-Partikeln vor. Auf diesem Wege soll der Oberflächencharakter dieser Technik mit seinen typischen Lichtreflexen, wie sie besonders eindrucksvoll im morgendlichen Streiflicht entstehen, rekonstruiert werden. Die einzelnen zur Umsetzung des Konservierungs- und Restaurierungskonzeptes erforderlichen Maßnahmen wurden in einer Musterachse erprobt und deren Nachhaltigkeit evaluiert - die entsprechende Dokumentation der Probemaßnahmen wird mit den Vergabeunterlagen ebenfalls zur Verfügung gestellt. Die künstlerische Werktechnik, bei der die farbgebenden Glaspartikel durch elektrostatische Anziehung an die Fassade appliziert wurden, erfordert besonderen Aufwand bei der Nachstellung der Applikationstechnik durch Luftdruck an die Fassade. Hierfür war die Entwicklung konzeptioneller und innovativer Lösungen erforderlich, die bei der Anwendung in der großen Fläche des Glaskröselbildes teilweise noch angepasst und weiterentwickelt werden müssen, ebenso wie der Schutz des Glaskröselbildes vor weiterer Kontamination bei der Sanierung der asbesthaltigen Fugen.</div>
<div class="h1">Interne Kennung</div>
<div class="pre">250281</div>
Zusammenfassung:
Tätigkeiten:
Details:
- Auftraggeber
- AusfĂĽhrungsfristen
- Vergabeunterlagen
- Bekanntmachungstext
- Und vieles mehr …
oder:
Id: 9JfHAV5wuQ